Warum das zweite Kind eigentlich nur ein Mädchen werden kann.


Ist es selektive Wahrnehmung, oder eine Tatsache? Um mich herum bekommen Mütter irgendwie nur Mädchen als zweite Kinder. Im Kindergarten in Wirbelwinds Gruppe, im Freundeskreis, in meiner Familie. Von ca. 10 Geschwisterbabys sind gefühlt 8 Mädchen und 2 Jungs. Ist das ein Zufall, oder habt Ihr da die gleichen Erfahrungen gemacht?


Das aktuelle Geschlechterverhältnis

Grundsätzlich fallen bei der Befruchtung auf ein weibliches Spermium ca. 1,3 männliche Spermien. Das liegt daran, dass männliche Spermien schneller sind. Bei der Geburt ist das Verhältnis jedoch fast ausgeglichen: auf ein weibliches Baby fallen 1,05 männliche Babys, geschuldet der höheren männlichen pränatalen Sterblichkeit. 
Sogesehen müsste das Verhältnis eigentlich ausgeglichen sein. Doch kann eben diese Geschlechterverteilung durch historische und soziale Einflüsse verändert werden. Einige wissenschaftliche Studien versuchen zu erklären, wann eine Geburt männlicher bzw. weiblicher Babys wahrscheinlicher ist.
 

Die Wissenschaftliche Sicht

Aus dieser wissenschaftlichen Sicht ist es gar nicht so verwunderlich, dass mehr Mädchen als Jungen geboren werden, gelten doch Mädchenspermien als deutlich robuster.

Einerseits sind - logischerweise - Zweitgebärende im Schnitt älter als Erstgebärende. Je älter Mutter und Vater sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein weibliches Spermium das Ei befruchtet. Ursachen können altersbedingt hormonelle Veränderungen bei der Frau sein, es könnte aber auch an der abnehmenden Qualiatät/Quantität männlicher Spermien liegen, so sagen zumindest einige Forscher.

Auch steigt mit Zunahme der Schwangerschaften das Hormon Gonadotrophin. Einige Experten sehen bei steigendem Hormonspiegel eine erhöhte Chance, ein Mädchen zu bekommen.

Andere sagen, dass Mädchen eher in schlechten Zeiten geboren werden, als Jungen. In Hungerphasen bringen Frauen beispielsweise häufiger Mädchen zur Welt. Unklar ist jedoch, ob bei einer Hungersnot zu Beginn der Schwangerschaft von vornherein mehr weibliche Embryonen im Mutterleib entstehen oder ob im Laufe der Schwangerschaft männliche Embryos und Föten seltener überleben. Nun leben wir nicht gerade in schlechten Zeiten. In Zeiten von Diäten und ungesunder Ernährung - was jetzt bei Müttern schon mal vorkommen kann - könnten jedoch die "anspruchsloseren" weiblichen Spermien bzw. Föten ihre Vorteile nutzen.

Andererseits fanden Studien heraus, dass Jungen eher in Zeiten von anhaltendem Stress empfangen werden. Und Stresssituationen kennen Mütter wohl nur zu gut. Eine Erklärung lautet, dass der Stress zu einer erhöhten Testosteron- und Kortisolausschüttung bei der Mutter führt. Diese könnte die Eizelle so verändern, dass männliche Spermien einfacher in die Eizelle gelangen. Andererseits führt Stress bei Vätern zu einer Zunahme weiblicher Nachkommen.


Wenn man sich diese Studien so anhört, ist es fast verwunderlich, dass nicht noch mehr Mädchen geboren werden. Denn irgendwie gleicht sich am Ende ja alles wieder aus und das Verhältnis von weiblichen und männlichen Babys ist im Schnitt identisch. Woran liegt das? Vielleicht bekommen dafür die Erstgebärenden mehr Jungs? Ich bin etwas mit meinem Latein am Ende und frage Euch nur noch:

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? 
War Euer zweites Kind ein Mädchen oder Junge? 
Oder wie habt Ihr es in Eurem Umfeld beobachtet?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten.

Eure Wiebke


Labels: ,