„Die Kinder in Afrika müssen hungern!“



Letztens habe ich gemerkt, dass man seinen Kindern anscheinend immer noch auf diese Weise versucht das Essen schmackhaft zu machen. 

Als Wirbelwind ihren Apfel auf dem Spielplatz nicht mehr wollte und achtlos auf dem Boden liegen ließ, trat ein Kind mit ernster Miene an mich heran und stieß eben diesen Kommentar aus. Unabhängig davon, dass ich bezweifle, dass das Kind das Ausmaß seiner Worte verstand, ist an der Einstellung schon etwas dran. 
Wirbelwind mangelt es an nichts. Wenn sie etwas essen will, dann bekommt sie es. Manchmal muss sie zwar etwas warten, aber verhungern muss sie nicht. Und so sind Lebensmittel für sie selbstverständlich, kein wertvolles Gut (außer natürlich die Sachen, die wir ihr nicht oder selten erlauben, die sind dann ratzfatz aufgefuttert). Und so finden sich nach den Mahlzeiten auf den Tellern angesabberte Brotstückchen, angeknabberte Wurstreste, und jede Menge Küchenkrepp. Es wird ein Bananenweitwurf veranstaltet und die Rosinen als Murmelersatz missbraucht. Da kann ich noch so brüllen, sie versteht es nicht. Unser Bedarf an Mülltüten hat sich vervielfacht, weil nach einem Tag ihre Essensreste aus dem Mülleimer quellen. 

Wie soll man dem Kind beibringen, dass Nahrungsmittel pfleglich zu behandelt sind? Dass es schade ist, all die Wurststückchen, Brotkrümel und ausgespuckten Apfelstückchen wegschmeißen zu müssen? Vielleicht ist es eine Frage der Zeit, bis sie es versteht und vielleicht selber irgendwann altklug auf dem Spielplatz steht, ein kleines Kind von oben herab anschaut und oben genannten Satz von sich gibt. Vielleicht.

Und wie kann man umgehen, dass die ausgespuckten Nahrungsmittel im Mülleimer landen? Achtung, jetzt wird es etwas seltsam, aber manchmal stecken wir ihr einfach das Ausgespuckte wieder in den Mund. Natürlich nur, wenn es auf dem Tisch gelandet und noch sauber ist. Ihr macht es nichts aus.

Habt Ihr auch dieses Nahrungsmittel-Respekt-Problem? Und wenn ja: was macht Ihr dagegen?

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