Wir heiraten, und alle wissen es besser!



Wie Ihr ja wisst, wird dieses Jahr geheiratet. Glücklicherweise sind uns mein „Verlobter“ (klingt immer noch komisch, wenn ich das sage) und ich uns sehr einig darüber, wie die Hochzeit aussehen soll, wann wir heiraten, wen wir einladen usw. Im Grunde läuft es so ab, dass ich einen Vorschlag mache, und er damit einverstanden ist. Ich hoffe das ist ein Zeichen von Übereinstimmung und nicht Gleichgültigkeit?!
Nur wenn wir anderen von unseren Plänen erzählen, stoßen wir ständig auf Unverständnis und Verbesserungsvorschläge. Sollten sie uns da nicht einfach machen lassen? Es ist doch unser großer Tag, und da wird nicht reingeredet, da wird lächelnd alles hingenommen, was sich das Brautpaar vorgestellt hat. Wenn die Braut im knappen rosa Minikleid vor den Altar tritt, dann wird gesagt: "Oh, was für eine schöne Braut". Wenn der Mann rote Socken tragen möchte, wird seine mutige Kleiderwahl gelobt. Und auch wenn die Hochzeitstorte ein riesiges Rosinenbrötchen ist, verziert mit grünen Marzipanrosen, dann wird brav die Kuchengabel in die Hand genommen und losgemampft.
Aber nein, hier wird sich bei Dingen eingemischt, die nun wirklich nicht zur Diskussion stehen. Hier mal ein paar Beispiele. Fangen wir mit den Trauringen an: ich möchte gerne Ringe, die mir optisch gefallen, die so aussehen, wie Ringe, die ich auch so tragen würde, denn ich werde ihn ja mein restliches Leben lang am Finger behalten. Und da ich Silberschmuck-Trägerin bin, muss der Ehering auch Silber werden. Einen Brillanten will ich nicht, aber Verzierung und natürlich eine Gravur. Wir haben sogar das Glück, dass wir im Bekanntenkreis einen Goldschmied haben, der uns die Ringe machen wird. Nun haben wir anderen von unserem Vorhaben erzählt und schon hieß es: „Aber ein Ehering muss doch als Ehering erkennbar sein!“ Ist das so? Muss ein Ehering glatt, schlicht und golden sein? Muss er jedem Betrachter sofort als Ehering ins Auge springen? Nach dem Motto: Hallo hier bin ich, schau her, wie dominant ich an diesem zarten Fingerchen klebe. Das muss wohl im geheimen Hochzeits-Knigge stehen, den ich leider nicht kenne.
Dann das Datum: Beliebt für die Hochzeiten ist ja der Mai. Das hätten wir zeitlich nicht geschafft. Den Hochsommer habe ich direkt ausgeschlossen, da ich nicht bei brütender Hitze heiraten möchte. Das kommt auf den Fotos nicht so gut, wenn die Hochzeitsgesellschaft knallrote Köpfe hat. Wäre sicherlich ein lustiges Gruppenbild. Und unsere Feier ist im Wintergarten eines Restaurants, das wäre doch etwas riskant, wie in einem Gewächshaus würden wir uns dann fühlen. Also haben wir uns den September als Monat ausgesucht, wenn die Gäste aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, aber noch Chance auf einen sonnigen Tag besteht. Und auch hier kam es gleich: „Oh, warum so spät? Da ist es doch schon so kalt! Habt Ihr Euch das gut überlegt?“ Jaaa. Wer sagt denn, dass man im Sommer heiraten muss? Ich muss unbedingt diesen Hochzeits-Knigge finden.
 
Übrigens: die Einladungskarten werden wir selber basteln, das Material ist schon bestellt und auf dem Weg. Wenn es Euch interessiert, kann ich dazu gerne einen Extra-DIY-Post machen.

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