Lieblingsspielzeug mal anders (21 Monate)



Der Monat ist schon wieder rum. Daher wird es Zeit für ein Spielzeug-Update. Was hat wohl unser Wirbelwind für neue Sachen entdeckt? Was weckt Ihre Aufmerksamkeit?

Ihr habt sicher auch schon gemerkt, dass es mit dem Spielzeug so eine Sache ist. Da geht man in den Spielzeugladen (oder setzt sich vor den PC: klick klick) und kauft dem Kindchen tolle Sachen: extra bunt, extra groß, extra laut, mit extra Türchen, Knöpfen, Soundeffekten und was das Herzchen noch so zum Hüpfen bringen könnte. Und dann präsentiert man diese Wunderwaffe und denkt: jetzt hat die Kleine so ein tolles neues Spielzeug bekommen, da haben wir Eltern bestimmt stundenlang unsere Ruhe, können mal gemütlich ein Käffchen trinken, ein Stück Kuchen essen und die Seele baumeln lassen, während unser Sprössling die wundervolle Welt des „tut tut“, „bling bling“ und „schieb schieb“ entdeckt. Und dann steht sie davor, betrachtet es kurz und kommt dann zur Mutter, setzt sich auf den Bauch und ruft „Hoppe hoppe heiter“. So viel zur Strategie. Doch in Wirklichkeit sieht es doch so aus, dass wir Eltern oft erst die Impulse zum Spielen geben. Und daher folgt hier einmal der etwas andere Lieblingsspielzeug-Post.

Nehmen wir das Müllauto, das Wirbelwind zu Weihnachten geschenkt bekommen hat. Sie hat es kurz angeschaut und dann wieder links liegen lassen. Erst in letzter Zeit wird es wieder interessant. Und warum? Weil die Mama ihr auf der Straße voller Begeisterung das Müllauto präsentiert, wenn wir dran vorbeifahren. Und heute hat sie in der Wohnung gehört, wie auf der Straße ein großes Auto angefahren kam. Sie rief „gucken!“, ich hob sie hoch und sie staunte nicht schlecht, als ein Müllauto an uns vorbeifuhr. Was machte sie als Nächstes? Sie rannte zu ihrem Spielzeug-Müllauto und schob es ganze 10 Minuten über den Fußboden. Plötzlich war es interessant. Vorher fehlte ihr der Bezug.

Auch bei den Wimmelbüchern, ihren absoluten Lieblingsbüchern, verhält es sich ähnlich. Erst als ich Ihr zeigte, dass das es im Buch tolle Sachen zu entdecken gibt, es quasi Geschichten erzählt (siehe auch hier), schaute sie sich diese genauer an: dort wird ein Schal gemopst, dort hat sich ein Kind auf dem Spielplatz verletzt, dort sind zwei Autos zusammengestoßen, dort wird ein Baby gefüttert, dort hüpft ein Eichhörnchen, ... . Gerade jetzt, wo sie anfängt auch erzählen zu können, was sie dort sieht, wird es für sie spannend. Da kann sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Morgens, wenn ich mich im Bad fertig mache, und Wirbelwind aus meinem Blickfeld verschwunden ist, kann ich darauf wetten, dass sie am Sofa steht und sich ein Wimmelbuch anschaut. Aber auch hier brauchte sie unsere Impulse, unsere Wörter, unsere Geschichten, unsere anfängliche Aufmerksamkeit. 

Ja und dann gibt es noch Spielzeuge, die eigentlich keine sind, wie die Tüte mit den Hustenbonbons. Natürlich bekommt sie diese nicht zu Essen. Aber sie hat ja die letzten Tage zur Genüge gesehen, wie sich die Mama diese kleinen Teile in den Mund schiebt. Und so fand sie es spannend, die Bonbons aus der Packung herauszuholen, uns immer und immer wieder anzubieten und sie am Ende (wenn wir Glück haben) wieder in die Tüte zu stecken. Erstaunlich, wie viel kreative Energie so eine Packung Hustenbonbons auslösen kann. Aber auch hier waren die Eltern - ohne dass sie es wollten - Spiele-Vorbild.

Und schließlich gibt es noch zweckentfremdetes Spielzeug. Es ist zwar zum Spielen konzipiert, wird aber partout nicht so genutzt, wie es ursprünglich gedacht war. Wenn ich ehrlich bin, ist das bei vielen Dingen der Fall. Da hätten wir das Töpfchen, das nun zum Fahrgefährt umfunktioniert wird. Wirbelwind setzt sich drauf und schrammt dann über den Fußboden. Heute im Kindergarten habe ich dann auch hautnah miterleben können, woher sie da hat: dort rutschten sich mehrere Kinder um die Wette. Also „Pipi“ haben die sicherlich nicht gemacht, auch wenn die Hosen heruntergelassen waren. Auch zweckentfremdet wurde das Yo-Yo. Zuerst sah sie, wie ich es (natürlich in höchster Perfektion) rauf und runter schwingen ließ, ehe sie sich selbst daran versuchte. Aber irgendwie hatte sie am Ende nur ein rundes Plasteteil mit langer Schnur in der Hand. Und was macht man damit? Genau: „Nachziehente“ spielen. Also wurde die Schnur in die Hand genommen und ab ging es durch die gesamte Wohnung, das Yo-Yo immer schön hinterher gezogen. So ein Spaß!
Und damit kommen wir zum Lieblingsspielzeug Nummer ein: den Eltern. Kinder können sich stundenlang mit den Eltern beschäftigen. Das Eltern-Spielzeug ist nicht billig, aber für gute Qualität muss man eben in die Tasche greifen. Für ein paar Euro bekommt man Eltern, die auf dem Sofa herumsitzen und Däumchen drehen. Rentiert sich nicht wirklich. Legt man noch etwas drauf, dann gibt es schon solche, die zumindest mal mit den Kleinen in die Bücher schauen oder auch das Spielzeugauto durch die Gegend schieben. Wenn man Glück hat, erwischt man Eltern, die mit einem Aktionsprogramm versehen sind, also hinter den Kindern her flitzen, Legotürme bauen, Fingerspiele spielen, Lieder singen, Ausflüge machen. Die Investition lohnt sich. Aber Vorsicht: gerne sind bei den Eltern auch die Batterien leer und das Nachladen kann auch mal eine Nacht dauern. 

Mein Fazit: Spielzeug ist gut, Anregung und Phantasie ist besser. ;-)

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