Unser
Wirbelwind ist zurzeit unausstehlich. Nicht die ganze Zeit. Wenn sie will, kann
sie zuckersüß sein. Aber seit ca. drei Tagen ist sie nachmittags total
weinerlich, heult bei Kleinigkeiten rum, und das ohne ersichtlichen Grund.
Heute beispielsweise konnten wir es ihr gar nicht Recht machen: im Kindergarten
begrüßte sie uns noch mit einem Freudenschrei und einer herzlichen Umarmung.
Doch dann ging es schon los: „Hunger“ rief sie mehrmals hintereinander und
wollte in meiner Tasche nach etwas Essbarem kramen. Als ich das abwehrte,
kullerten schon die ersten Tränen. Dann Windel wechseln. Wieder Geheule. Auf
der Straße wollte der Papa ihr dann die Nase putzen. Noch mehr Tränen. An der
ersten Kreuzung angekommen weigerte sie sich meine Hand zu nehmen, nur mit
weiterem Schluchzen zog ich sie rüber. So ging es dann fast den ganzen Weg.
Selbst auf dem Spielplatz, den wir anschließend ansteuerten, weinte sie los,
als nicht ich, sondern der Papa ihr das Klettergerüst hinauf helfen wollte. Und
dann fragt man sich: hat man etwas falsch gemacht? Hat man ihr in der
Vergangenheit zu schnell Banane und „Quetschie“ präsentiert, wenn sie „Hunger“
rief? Hat man sein Kind verzogen? Oder ist das schon die Trotzphase?

Ich
habe den Fehler gemacht, einmal danach zu googeln. Ein Online-Ratgeber für
Eltern weiß: die Trotzphase beginnt mit ca. zwei Jahren. Das wäre bei
Wirbelwind etwas früh, aber was mich schockiert hat, war die Prognose: spätestens
mit vier Jahren sollte die schlimmste Trotzphase überstanden sein. Mit vier
Jahren?!! Das heißt ich habe jetzt ganze zwei Jahre so ein weinerliches Kind an
der Backe, das bei jeder Kleinigkeit einen Bach aus Tränen produziert? Ihr
wisst, ich übertreibe. Aber mal im Ernst: sollte es wirklich die Trotzphase
sein, gibt es dann auch gute Tage? Und wie geht man mit so einem Verhalten um?
Lässt man sie schreien? Meckert man zurück? Oder ist man verständnisvoll? Was
habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Oder für die jüngeren Mütter: wie würdet Ihr
reagieren, wenn Euer Kind sich so verhalten würde?
Labels: Entwicklung, Kleinkind-Alltag