Großeltern



Ich stehe in der Küche und koche. Es gibt Nudeln mit Tomatensoße. Zwischen dem Küchengeklapper und Bratgeräuschen höre ich im Wohnzimmer den Wirbelwind gackern. Die gesamte Zeit, die ich zum Kochen brauche, kann ich mich ungestört den Nudeln und co. widmen. Es ist so entspannt, weil ich weiß, dass sie in guten Händen ist. Einmal gucke ich heimlich zur Wohnzimmertür herein, weil ich neugierig bin, womit sie mein Kind so zum Lachen bringen. Sie spielt mit den Großeltern Ball. Sie kann ihn schon ganz gut fangen, zumindest die großen Bälle. 
Großeltern  sind etwas Tolles. Schade, dass unsere zwei Stunden Zugfahrt entfernt wohnen (ein Auto haben sie nicht). Wir sehen uns etwa einmal im Monat. Umso erstaunter bin ich, dass Wirbelwind sich so schön auf die Großeltern einlässt. Sie sind ja fast fremd für sie, kennt sie eher von den Fotos, als aus ihrer eigenen Erinnerung. Dennoch glaube ich, dass sie sehr gut merkt, ob sie einem Menschen vertrauen kann oder nicht, eben wenn wir als Eltern mit dieser Person herzlich umgehen. Als sie heute beim Ausflug auf den Weihnachtsmarkt den Großvater eine Weile nicht gesehen hatte, weil er sich in einem Café aufgewärmt hatte, quiekte sie vor Freude, als sie ihn wiedersah. Das hatte uns alle erstaunt und zeigt mir, dass sie das Prinzip Familie schon sehr gut versteht.  
 

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